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Pay-to-Play im Zuckerberg-Universum: Das Gratis-Internet bekommt ein Preisschild
Erinnert ihr euch noch an den nostalgischen Satz auf der Facebook-Startseite? „Es ist kostenlos und wird es immer bleiben.“ Nun ja, dieser Spruch ist genau so gut gealtert wie diese Loser, die wir allabendlich im Dschungelcamp bewundern können.
Wie Nerd-Plattform TechCrunch aktuell berichtet, bereitet Meta (ehemals Facebook, heute eher „Der-Laden-der-alles-mit-KI-vollstopft“) den nächsten großen Coup vor: Kostenpflichtige Premium-Abos für Instagram, Facebook und WhatsApp. Sogar beim Messenger, der bisher die letzte Bastion der „kostenlosen“ Kommunikation war, wird bald der digitale Klingelbeutel herumgereicht. Auf gut Deutsch: Wir haben jahrelang mit unseren Daten bezahlt, jetzt sollen wir zusätzlich noch die Kreditkarte zücken, um die KI-Modelle zu finanzieren, die mit genau diesen Daten trainiert wurden. Mark Zuckerberg ist eben ein echter Geschäftsmann – er verkauft uns sozusagen die Limonade aus unseren eigenen Zitronen.
Was bekommt man für sein hart verdientes Geld? (Außer weniger Einsamkeit)
Meta ist natürlich meisterhaft darin, das Ganze nicht als „Geldgier“, sondern als „Freisetzung von Kreativität und Produktivität“ zu verkaufen. Laut TechCrunch geht es vor allem um exklusive KI-Funktionen und mehr Kontrolle. Hier ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns in der Testphase erwarten könnte:
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Der „Stalker-Modus“ für Instagram: Wer zahlt, darf Stories anonym anschauen. Endlich können wir den Ex-Partner oder die Konkurrenz beobachten, ohne dass es peinlich wird. Stalking als Service (SaaS) – darauf hat die Welt gewartet.
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KI-Magie mit „Vibes“: Meta möchte, dass wir KI-generierte Videos erstellen. Ein paar sind gratis, wer mehr „Vibes“ will, muss bleichen.
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Manus, der 2-Milliarden-Dollar-Butler: Meta hat kürzlich für schlappe 2 Milliarden Dollar das KI-Startup Manus geschluckt. Diese hochgradig fähigen KI-Agenten sollen nun in die Abo-Modelle integriert werden, um uns im Alltag zu „helfen“. (Vermutlich dabei, herauszufinden, warum wir überhaupt noch so viel Zeit auf Social Media verbringen.)
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Exklusive Listen & Insights: Wer folgt mir nicht zurück? Wer hat meine Liste gesehen? Funktionen, für die man früher zwielichtige Drittanbieter-Apps brauchte, gibt es jetzt direkt von „Onkel Zuck“ – gegen Gebühr, versteht sich.
Die Kernfunktionen bleiben kostenlos – vorerst.
Keine Panik: Das Posten von verwackelten Urlaubsfotos und das Kommentieren unter politischen Grundsatzdiskussionen bleibt gratis. Meta betont, dass die - Achtung Buzzwordalarm - „Core Experience“ kostenfrei bleibt.
Aber wir wissen alle, wie das Spiel läuft: Erst werden die coolen neuen Features hinter der Paywall versteckt. Dann wird die organische Reichweite für Nicht-Zahler vielleicht noch ein kleines bisschen weiter gedrosselt (reiner Zufall, natürlich), und plötzlich fühlt sich die Gratis-Version an wie ein Flug in der Economy Class, bei dem man für das Wasser und die Benutzung der Armlehne extra bezahlen muss.
Die große Frage: Spielen die Nutzer mit?
Meta schielt neidisch auf Snapchat+, das mit über 16 Millionen Abonnenten zeigt, dass Nutzer durchaus bereit sind, für eigentlich kostenlose Apps Geld auszugeben.
Aber wir befinden uns im Zeitalter der „Abo-Müdigkeit“. Netflix, Spotify, Disney+, die Zeitung, das Fitnessstudio – und jetzt auch noch ein Abo für WhatsApp? Es ist ein mutiges Experiment. Meta muss uns davon überzeugen, dass ein KI-generiertes Video und die Liste der „Nicht-Back-Follower“ wirklich den Wert eines Kaffees im Monat haben.
Was bedeutet das für Agenturen und Brands?
Für uns als Agentur ist die Sache klar: Die Monetarisierung der Nutzer wird aggressiver. Wenn Meta beginnt, Funktionen zu verkaufen, die früher Standard waren oder durch Algorithmen gesteuert wurden, ändert das die Spielregeln.
Eins ist doch klar: Mark Zuckerberg braucht Geld für seine KI-Träume und das Metaverse (das zwar tot ist, aber irgendwann sicher wieder ausgegraben wird). Ob die Nutzer bereit sind, die Zeche zu zahlen, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.
Wir bleiben dran! Eine Frage hätte ich da noch: Würden Sie für ein „Premium-WhatsApp“ bezahlen, nur um KI-Features zu nutzen? Packen Sie es in die Kommentarspalte (noch ist das gratis)!
28.01.2026
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