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Totgesagte leben länger
Warum das „Windows-Killer“-Betriebssystem OS/2 plötzlich wieder da ist
Erinnern Sie sich noch an die 90er? An die Zeit von Gameboys, Eurodance und dem großen Krieg der Betriebssysteme? Während die meisten von uns heute brav zwischen Windows, Linux und macOS wählen, kehrt ein alter Bekannter aus der Versenkung zurück: OS/2. Ja, Sie haben richtig gelesen. Fast 20 Jahre nach seinem offiziellen Ende bekommt das System als „ArcaOS“ ein brandneues Update.
Ein kleiner Blick zurück in den Computer-Sandkasten
Für die Jüngeren unter uns: OS/2 (Operating System/2) war ursprünglich eine Gemeinschaftsproduktion von IBM und Microsoft. Es sollte das technisch überlegene Fundament für die nächste Generation von PCs werden. Doch wie das bei Partnerschaften oft so ist, krachte es gewaltig. Microsoft zog sich zurück, konzentrierte sich auf Windows 3.1 (und später 95), während IBM versuchte, OS/2 als den „besseren Windows-Killer“ zu vermarkten.
Technisch war OS/2 seiner Zeit weit voraus – echtes Multitasking und hohe Stabilität machten es zum Liebling von Banken, Versicherungen und der Industrie. Doch im Wohnzimmer gewann Windows durch geschicktes Marketing und die größere Spieleauswahl. Irgendwann zog IBM den Stecker, und OS/2 wurde zum digitalen Geist.
ArcaOS: Die Wiedergeburt einer Legende
Man sollte meinen, dass eine Software nach zwei Jahrzehnten endgültig im digitalen Nirwana verschwindet. Doch weit gefehlt. Unter dem Namen ArcaOS (entwickelt von Arca Noae) wird das Erbe von OS/2 nicht nur verwaltet, sondern aktiv weiterentwickelt.
Kürzlich erschien ein umfangreiches Update, das beweist: ArcaOS ist kein bloßes Museumsstück. Es unterstützt moderne Hardware wie USB 3.0, UEFI-Boot und läuft sogar in virtuellen Umgebungen flüssig.
Aber warum zur Hölle sollte man das heute noch nutzen? Es ist nicht nur Nostalgie. Hier sind die drei Hauptgründe:
- Industrielle Kontinuität: Weltweit laufen noch immer Geldautomaten, Steuerungssysteme in Fabriken oder spezialisierte Datenbanken auf OS/2-Basis. ArcaOS bietet diesen Unternehmen die Möglichkeit, ihre bewährte Software auf moderner Hardware laufen zu lassen, ohne Millionen in eine komplette Neuentwicklung investieren zu müssen.
- Stabilität ohne Ballast: Im Gegensatz zu modernen Betriebssystemen, die uns ständig mit Telemetriedaten-Sammelwut, Zwangs-Updates und Candy-Crush-Vorinstallationen nerven, ist ArcaOS ein fokussiertes Werkzeug.
- Der „Ich-mach-das-anders“-Faktor: Es gibt sie noch, die Enthusiasten, die keine Lust auf den Mainstream haben und ein System schätzen, das sie in- und auswendig kennen.
Was wir daraus lernen können (außer dass wir alt werden)
Die Rückkehr von OS/2 als ArcaOS zeigt uns etwas Wichtiges über die IT-Welt: Gute Architektur ist zeitlos. Ein stabiler Kern kann Jahrzehnte überdauern, wenn er gepflegt wird.
Wir bei TAGWORX lieben solche Geschichten. Sie erinnern uns daran, dass Innovation nicht immer bedeutet, das Rad neu zu erfinden. Manchmal reicht es, ein verdammt gutes Rad zu nehmen und es fit für die Autobahn von heute zu machen.
Ob wir Ihnen nun empfehlen, Ihre gesamte Agentur-IT auf ArcaOS umzustellen? Sagen wir es so: Wenn Sie morgen einen Geldautomaten in Ihrem Büro installieren wollen, rufen Sie uns an! Für alles andere bleiben wir zwar bei den modernen Standards, behalten aber den Respekt vor den Klassikern.
Und wie war das bei Ihnen? Hatten Sie früher selbst OS/2 auf dem Rechner? Oder gehören Sie zur „Team Windows“-Fraktion der ersten Stunde?
11.03.2026
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