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Ein Satz mit X – Das Metaverse war wohl nix!
Erinnert ihr euch noch an 2021? Als Mark Zuckerberg mit dem starren Gesichtsausdruck eines Playmobil-Männchens verkündete, dass wir bald alle als beinlose Avatare in einer bunten Pixelhölle leben würden? Nun, wie der SPIEGEL gerade nicht unsüffisant feststellt, hat Mark den Stecker gezogen. Das „Metaverse“ wird eingestampft. Überraschung? Ungefähr so sehr wie die Erkenntnis, dass Regen nass macht.
Die Flucht nach vorn (in die Sackgasse)
Es war die Mutter aller Pivot-Strategien: Facebook steckte knietief im Datenskandal-Sumpf, die Jugend flüchtete panisch zu TikTok, und die Aktie sah aus wie eine Skipiste Mitte April. Die Lösung? Wir benennen den ganzen Laden einfach um! Aus Facebook wurde Meta. Aus einem sozialen Netzwerk wurde eine „Vision“. Aber wie sagte einst Helmut Schmidt in weiser Voraussicht: "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen".
Milliarden von Dollar wurden in die Reality Labs gepumpt – ein schwarzes Loch, dass das Geld schneller fraß als ein 8-Jähriger sein erstes Taschengeld. Das Ziel: Eine Welt, in der wir uns VR-Brillen aufsetzen, die so schwer sind wie ein kleiner Ziegelstein, um uns dann in virtuellen Meetingräumen mit Kollegen zu treffen, die wir schon im echten Leben nicht ausstehen können.
Déjà-vu: Hatten wir das nicht schon mal?
Wer die digitale Geschichte nicht kennt, ist dazu verdammt, sie in schlechterer Grafik zu wiederholen. Liebe Gen Z, fragt mal eure Eltern nach Second Life. Das war 2003 der echt heiße Scheiß. Große Marken wie Adidas, die Deutsche Post und Daimler-Benz kauften dort virtuelles Land, als gäbe es kein Morgen. Als ob jemals irgendein graumelierter Mercedes-Fahrer eine S-Klasse ohne Probesitzen im virtuellen Autohaus erwerben würde. Das Ergebnis? Ein digitaler Geisterort voller Grafikfehler und einsamer Gestalten, die in virtuellen Bars auf Antwort warteten.
Zuckerbergs Fehler war der Glaube, man könne „Coolness“ und „Community“ mit dem Scheckbuch erzwingen. Aber das Internet funktioniert nicht top-down. Man kann den Leuten keinen Spielplatz bauen und ihnen befehlen, dort Spaß zu haben – erst recht nicht, wenn der Spielplatz aussieht wie ein Nintendo-64-Spiel von 1996, nur ohne den Spielspaß.
Der Markt ist ein gnadenloser Türsteher
Am Ende des Tages entscheiden nicht die Keynotes im Silicon Valley über Erfolg oder Misserfolg, sondern wir – die Nutzer. Und die Nutzer haben gesprochen: „Nein danke, Mark. Ich möchte nicht zwei Stunden lang eine Taucherbrille tragen, um mir eine Powerpoint-Präsentation anzusehen.“
Der Markt ist kein Fan von aufgezwungenen Revolutionen. Während Zuckerberg von digitalen Immobilien träumte, haben die Leute lieber echte Memes geteilt oder – Gott bewahre – sich im echten Leben auf einen Kaffee getroffen.
Was lernen wir daraus? (Außer: Hochmut kommt vor dem Fall)
Jetzt schwenkt Meta also um auf KI. Weil das gerade alle machen. Das Metaverse wird still und leise im digitalen Giftschrank entsorgt, direkt neben Google Glass, dem Segway und der Idee, dass Laschet Kanzler werden könnte. Natürlich beeilte sich Zuckerberg zu versichern, dass er "virtuelle Welten" nicht ganz aufgeben werde.
Für uns als Agentur ist die Lehre klar: Technologie muss ein Problem lösen, nicht ein neues schaffen. Wer versucht, den Nutzern eine Realität zu verkaufen, die keiner will, endet als eine Fußnote in der IT-Geschichte.
Mark hat den Saft abgedreht. Die Avatare gehen in Frührente, das Milliardengrab wird zugedeckelt. Und wir? Wir können die VR-Brillen endlich wieder dorthin legen, wo sie hingehören: In die unterste Schublade, gleich neben das alte Ladekabel vom Nokia 3310. Immerhin hat das wenigstens mal hervorragend funktioniert.
Game Over, Mark. Es war uns ein (virtuelles) Vergnügen.
18.03.2026
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