Aktuelles

Sora-Seppuku: OpenAI zieht überraschend den Stecker

Sora wird eingestampftAls OpenAI uns diese ersten Videos von Sora präsentierte, dachten wir alle, Hollywood kann nun endgültig einpacken. Diese perfekt gerenderten Wollmammuts im Schnee und die stylischen Cyberpunk-Damen in Tokyo - wir waren alle so… beeindruckt. Und jetzt? Jetzt gibt's einen Nachruf. Sora wird eingestampft. Beerdigt. Aus die Maus (wortwörtlich, wie wir gleich sehen werden).

Was ist passiert? War die KI plötzlich doch zu blöd, um zwei linke Füße von einem rechten zu unterscheiden? Nicht ganz. Es ist die klassische Mischung aus Größenwahn, juristischen Minenfeldern und der Erkenntnis, dass Strom nicht auf Bäumen wächst.

1. Der Disney-Exit: Micky Maus hat keine Lust auf Plagiate

Eigentlich sah alles nach der perfekten Tech-Hochzeit aus: Disney und OpenAI wollten gemeinsam die Zukunft des Kinos zusammenklicken. Geplant war ein Milliarden-Deal. Doch Disney hat den Braten gerochen. Wenn eine KI „inspiriert“ von Milliarden YouTube-Stunden lernt, landet sie früher oder später bei urheberrechtlich geschütztem Material.

Stellen Sie sich vor, Sora generiert einen „gelben, leicht übergewichtigen Bären mit rotem T-Shirt“, der rein zufällig wie Winnie Puuh aussieht. Die Anwälte bei Disney bekommen bei so etwas keine feuchten Augen vor Rührung, sondern vor Vorfreude auf ausufernde Schadensersatzklagen. Disney ist also ausgestiegen und hat die versprochene Milliarde gleich mitgenommen. Ups.

2. Der „Sora-App“-Trick: Ein Abschied mit Hintertür

Offiziell heißt es, die eigenständige Sora-App und die API werden eingestellt. Das Team bedankt sich artig bei der Community – so wie man sich bei einem Haustier bedankt, das man gerade im Tierheim abgibt, weil es zu viel frisst.

Aber Vorsicht: OpenAI wäre nicht OpenAI, wenn sie nicht schon den nächsten strategischen Taschenspielertrick auf Lager hätten. Man munkelt, dass Sora gar nicht wirklich stirbt, sondern nur in die „Super-App“ ChatGPT zwangsintegriert wird. Warum eine eigene Plattform pflegen, wenn man das Spielzeug auch hinter das monatliche Abo-Gatter von ChatGPT sperren kann?

3. Die Stromrechnung des Grauens

Sora war in der Entwicklung ein absoluter Ressourcenfresser. Schätzungen gehen davon aus, dass OpenAI bis zu 15 Millionen Dollar – pro Tag – allein für die Rechenleistung ausgegeben hat, um diese Videos zu rendern. Das ist selbst für Sam Altman kein Kleingeld mehr.

Wenn die Kosten für die Erstellung eines 60-Sekunden-Videos höher sind als das Budget eines durchschnittlichen Werbespots mit echten Menschen, dann ist das keine „Revolution“, sondern ein sehr teures Hobby. OpenAI will an die Börse (IPO), und da machen sich tiefrote Zahlen für ein Video-Tool, das hauptsächlich für KI-Trash-Content auf Reddit genutzt wird, eher mäßig gut im Prospekt.

4. Die Konkurrenz schläft nicht (und ist billiger)

Während Sora noch an den Sicherheitsleitplanken feilte und versuchte, nicht versehentlich Deepfakes von Politikern zu produzieren, haben chinesische Konkurrenten wie Kling oder ByteDances Seedance rechts überholt. Die sind oft billiger, weniger zimperlich bei den Inhalten und vor allem: Sie funktionieren bereits für die breite Masse.

R.I.P. Sora (jedenfalls vorerst)

Sora ist das perfekte Beispiel für „Hype-Burnout“. Erst die Welt mit Demos schockieren, dann monatelang nichts liefern außer vagen Versprechungen und am Ende den Stecker ziehen, weil die Realität (und die Anwälte) anklopfen.

War es eine technologische Meisterleistung? Sicherlich. War es ein marktfähiges Produkt? Offensichtlich nicht. Wir können also vorerst aufatmen: Die Marvel-Filme werden weiterhin von unterbezahlten VFX-Künstlern in dunklen Kellern gerendert und nicht von einer KI, die Disney gerade eine Milliarde gekostet hätte.

Schade eigentlich. Wir hätten uns auf die ersten KI-generierten Filme gefreut, in denen Schwarzenegger sieben Finger an jeder Hand und drei Beine hat. Das wäre wenigstens mal was Neues gewesen.

25.03.2026

RSS Newsfeed
Alle News vom TAGWORX.NET Neue Medien können Sie auch als RSS Newsfeed abonnieren, klicken Sie einfach auf das XML-Symbol und tragen Sie die Adresse in Ihren Newsreader ein!